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Zwischen Himmel und Erde

Der Grand Canyon in Arizona ist bei Touristen beliebt wie selten zuvor und gibt immer noch einige Rätsel auf

Mit dem Mountainbike den Grand Canyon auf dem Yellow, Red oder Orange Trail erkunden - Foto: Bright Angel Bicyle Mit dem Mountainbike den Grand Canyon auf dem Yellow, Red oder Orange Trail erkunden - Foto: Bright Angel Bicyle

„Mehr Helikopterflüge über dem Grand Canyon erlaubt“ titelten im Februar dieses Jahres viele Tageszeitungen. Und das ist kein Wunder: Gut 5 Millionen Besucher zählt dieses bei internationalen Touristen so beliebte Ausflugsziel jährlich. Starteten im Jahr 2012 noch 52.000 Flüge, dürfen sich die Grand-Canyon-Besucher jetzt über weitere 1.721 Hubschrauberflüge freuen, die ihnen dieses Wunderwerk der Natur aus luftiger Höhe näher bringen. Natürlich ist auch das klassische Erleben zu Fuß oder auf einem Maultier möglich und selbst als Rafting-Abenteuer lockt diese Riesenschlucht zur Erkundung.

Aber nicht nur für Naturverbundene, Sportler und Abenteurer ist die wohl bekannteste Schlucht der Welt ein Anziehungspunkt. Auch Wissenschaftler sind regelmäßige Besucher dieses Naturwunders, denn der Grand Canyon gibt Forschern noch heutzutage Rätsel auf: Wie alt ist er eigentlich? Die einen behaupten, die Schlucht sei bereits vor 70 Millionen Jahren entstanden, also zur Zeit der Dinosaurier. Die Gegenseite behauptet, der Grand Canyon sei gerade fünf bis sechs Millionen Jahre alt. Erst jüngst wurde eine dritte Hypothese aufgestellt: Ihr zufolge gibt es tatsächlich Abschnitte, die aus der Zeit der Dinosaurier stammen, aber eben auch jüngere Teile. Sie wurden aber erst vor fünf Millionen Jahren, als der Colorado-Fluss begann, große Mengen Gestein fortzuwaschen, miteinander verbunden.

Fakten, Fakten, Fakten

Das 1979 auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommene Naturwunder ist zwischen 180 Metern und 29 Kilometern breit – durchschnittlich gut 16 Kilometer – und ganze 450 Kilometer lang. Ein Ausflug zum Grunde des Canyons würde gut zwei Tage dauern, vom North Rim (Rand) zum South Rim sogar ganze drei Tage. Für einen Ausflug auf dem Wasser sollte man zwei Wochen einplanen und erfahrene Backpacker verbringen auch mal einige Wochen in den abgelegeneren Gebieten des Canyons. 1908 wurde das Gebiet um den Grand Canyon durch US-Präsident Theodore Roosevelt zum National Monument erklärt, 1919 als Nationalpark unter Schutz gestellt. Die Einrichtung des Nationalparks wird als einer der ersten Erfolge des Natur- und Umweltschutzes in den USA angesehen.

Nachts im Grand Canyon Village

Das Grand Canyon Village ist für Touristen der Hauptanlaufpunkt am South Rim. Hier befinden sich das Besucherzentrum, einige Geschäfte, eine Klinik und viele Unterkünfte aller Komfort- und Preisklassen. Diese können bequem auf der Homepage Grandcanyonlodges reserviert werden. Wer Lust auf eine Nacht fast unter freiem Himmel hat, dem sei Zelten empfohlen. Im Grand Canyon Village sollte die Campingfläche auf jeden Fall weit im Voraus reserviert werden. Im NPS Desert View Campground, der sich am östlichen Eingang des Nationalparks befindet, lautet die Devise: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Reservierungen werden also nicht entgegengenommen. Vom South Rim verkehren mehrere kostenlose Shuttle-Busse, mit denen Besucher die ausgewiesenen Aussichtspunkte anfahren können. Eine Eisenbahn, die nach historischem Vorbild von einer Dampflok gezogen wird, lässt die Besucher die Westernkulisse aus einer anderen Perspektive erleben.

Touren durch den Grand Canyon

Viele Touristen erkunden den Grand Canyon allerdings am liebsten zu Fuß auf dem Bright Angel Trail. Auf dieser Route befindet sich auch der Plateau Point, von dem man eine fantastische Aussicht auf den Colorado River hat. Der South Rim kann das ganze Jahr über, der North Rim zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober erkundet werden. Bei der Wanderung vom Rand des Tals bis an den Fluss durchschreitet man fünf Vegetationszonen, die durch Höhen- und Klimaunterschiede bedingt sind. Deshalb begegnet man trotz karger Landschaft vielen Tierarten wie Rehen, Hirschen, Berglöwen und Kondoren, ebenso wie den unterschiedlichsten Pflanzenarten wie Moosen, Pilzen, Wüstenpflanzen und am Boden des Canyons auch dem Feigenkaktus. Für Tageswanderausflüge ist keine Genehmigung erforderlich. Alles, was hierzu benötigt wird, ist ein Paar ordentlicher Wanderschuhe, ein wenig (mehr) Zeit und ausreichend Trinkwasser. Aufgrund des steilen Terrains sollten ein Drittel der Wanderzeit für den Abstieg und zwei Drittel für den Wiederaufstieg einberechnet werden. Genaue Routen und weitere, wichtige Informationen finden Sie auf der Seite des National Park Service.

Seit 100 Jahren bietet sich Canyon-Besuchern zudem die Möglichkeit, die Wanderung auf dem Rücken eines Maulesels durchzuführen. Es werden Tagesausflüge und Übernachtungen angeboten, wobei Reiter mindestens 1,22 Meter groß sein müssen, nicht mehr als 90 Kilo wiegen dürfen, fließend Englisch sprechen und sich in gutem körperlichen Zustand befinden müssen. Auf der Homepage des National Park Service entdecken Sie weitere Informationen.

Wer die Natur hautnah erleben möchte, aber keine Lust auf Wandern hat, ist auf einem Mountain Bike gut aufgehoben. Touren zwischen fünf und 16 Kilometern werden angeboten: Der Red Bike Ride und der Orange Bike Ride sind für weniger ausdauernde Fahrradfahrer und Familien mit Kindern besonders geeignet, der Yellow Bike Ride eher für erfahrene Radler mit Ausdauer, aber auch für geübte Radler werden angeboten. Die Routen können auf einer speziellen Fahrrad-Seite als PDF heruntergeladen werden und Fahrräder auf der Homepage reserviert werden.

Es bietet sich auch die Möglichkeit, den Canyon in einem kleinen Cessna-Flugzeug oder mit dem Helikopter zu erleben. Ein spektakulärer Blick erwartet die Gäste, wenn der Canyon im Sonnenlicht in seinen schönsten Farben funkelt. Ferner können Besucher auch über eine Rafting Tour nachdenken. Näheres zu diesen Angeboten erfahren Sie unter Grand Canyon Tickets und Raftarizona.

Wer seinen Grand Canyon Besuch optimal vorbereiten möchte, ist im Museum of Northern Arizona in Flagstaff gut aufgehoben. Besucher können sich hier über die archäologische Beschaffenheit des Canyons informieren und viele bedeutende Artefakte aus dem Südwesten der USA entdecken. Seit 1928 werden sie gesammelt und bieten eine Übersicht über die Entstehung des Colorado Plateau, in dem sich später der Grand Canyon gebildet hat. Mehr Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen erhalten Sie auf der Homepage des Museum of Northern Arizona .

(Arizona Presse/kms)

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