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Vom 15. Jahrhundert bis Oprah Winfrey: Museum für afroamerikanische Kultur feiert zweijähriges Jubiläum

Das National Museum of African American History and Culture in Washington, DC. - Foto: Alan Karchmer Das National Museum of African American History and Culture in Washington, DC. - Foto: Alan Karchmer

Auch zwei Jahre nach der Eröffnung lässt der Zustrom der Besucher nur allmählich nach: Im Jubiläumsmonat September testet das – wie alle Museen der Smithsonian Institution kostenfreie – National Museum of African American History and Culture (NMAAHC) erstmals den Zutritt ohne eine Eintrittskarte für eine bestimmte Uhrzeit. Da das Besucheraufkommen an den Wochenenden deutlich höher liegt, müssen hier nach wie vor Tickets reserviert werden. Diese werden immer drei Monate im Voraus ausgegeben und sind regelmäßig innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Entsprechend groß war der Andrang am ersten Tag, an dem die Tickets nach Verfügbarkeit einzeln an die Besucher ausgegeben wurden. Rund 7.000 Menschen besuchten die Ausstellung an diesem Tag, einige von ihnen hatten bereits zwei Stunden vor der Öffnung vor den Türen gewartet.

Insgesamt haben seit der Eröffnung am 24. September 2016 durch den damaligen US-Präsidenten Barack Obama mehr als 4,5 Millionen Menschen das Museum besucht. Auf acht ober- und unterirdischen Stockwerken erleben sie die Geschichte der afroamerikanischen Bevölkerung der USA von der Verschleppung in die Neue Welt bis in die Gegenwart auf anschauliche und eindrückliche Weise. So beginnt der Rundgang in engen, dunklen Räumen, die das Gefühl der versklavten Afrikaner an Bord der Schiffe, die sie nach Amerika brachten, verdeutlichen soll, und führt auf dem Weg in die Gegenwart nach oben in immer offenere und hellere Umgebungen. In einem weiteren Teil des Museums werden die zahlreichen Beiträge der afroamerikanischen Bevölkerung zur Kultur der Vereinigten Staaten gewürdigt, von Musik und Film bis hin zu Sport und darstellenden Künsten.

Würdigung einer amerikanischen Ikone
Bleibenden Einfluss auf die US-amerikanische Gegenwartskultur hat zweifelsohne auch Oprah Winfrey ausgeübt, der im NMAAHC noch bis Juni 2019 die große Sonderausstellung „Watching Oprah“ gewidmet ist. Die über 25 Jahre in mehr als 4.500 Folgen ausgestrahlte TV-Talkshow fungiert dabei als Objektiv auf die zeitgenössische Geschichte und die Kultur Amerikas, die sich immer in Winfreys Sendung widerspiegelten. So werden Bereiche wie Macht, Medien und Geschlechterverhältnisse thematisiert. Auch wie die Gesellschaft Oprah Winfrey und diese wiederum die Gesellschaft beeinflusste, wird anhand zahlreicher Artefakte dargestellt, darunter originales Studiozubehör der Oprah Winfrey Show, Kostüme aus den Filmen, in denen sie mitspielte, Fotografien, Videos und ein exklusives Interview, das Winfrey für die Ausstellung führte.

Das an der National Mall in Washington, DC in unmittelbarer Nähe des Washington Monuments gelegene NMAAHC ist die größte und umfangreichste Institution der USA, die sich ausschließlich der Erforschung, Dokumentation und Darstellung der afroamerikanischen Geschichte und deren Einfluss auf Amerika und die Welt widmet. Die markante Architektur des Gebäudes vereint Einflüsse aus Westafrika, der Karibik und Südamerika, die bronzefarbene Metallfassade verweist auf die Schmiedearbeiten versklavter Afroamerikaner in Louisiana, South Carolina und weiteren US-Bundesstaaten.

(IAM)

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