News Ticker

Viel „La La“ aus vier Händen

Nach ihren Erfolgssongs für den Filmhit La La Land erobern Benj Pasek und Justin Paul mit dem Musical Dear Evan Hansen jetzt die Broadway-Bühne

Eine Szene aus "Dear Evan Hansen". - Foto: Matthew Murphy Eine Szene aus "Dear Evan Hansen". - Foto: Matthew Murphy

Kaum einer kennt sie, und doch liegen sie in aller Ohren. Vielleicht haben sie zum Ende des Jahres einen dicken Sack mit Trophäen zu Hause – und dann kennt sie jeder. Die Geschichte beginnt mit einem niedlichen Kinderlied für den Animationsfilm Trolls, dann der Ryan-Gosling-Emma-Stone-Ohrwurm für den Oscar-Favoriten La La Land: Aus dem Füllfederhalter des amerikanischen Songwriter Duos Benj Pasek und Justin Paul scheint pures Gold zu strömen. Auch Herzen können sie mit ihren Worten brechen, ganz aktuell mit Hilfe ihrer Pop-Rock-Balladen im neuen Broadway Hitmusical Dear Evan Hansen.

Dear Evan Hansen – eine Anrede, drei Worte, die ein ganzes Leben verändern, und ein Plot, der der heutigen Gesellschaft schonungslos den Spiegel vorhält. Das erschreckend reale Broadway-Drama erzählt die Geschichte des High School Schülers Evan, der für eine wahre Identität und zwischenmenschliche Beziehungen inmitten der unpersönlichen, unendlichen Social Media Welt kämpft. Durch seine bewegende, wachrüttelnde und extrem gegenwärtige Geschichte zieht Dear Evan Hansen Besucher aller Generationen magnetisch an. Während das Geschehen auf der Bühne das Leben der jungen Zuschauer reflektiert, feiern Erwachsene die Elternfiguren des Stücks, die ihr traditionelles Verständnis von Familie plötzlich in der heute sich ständig weiterentwickelnden Gesellschaft schwinden sehen. Und das alles vor der Kulisse eines Set-Designs bestehend aus Facebook-Bannern, Twitter-Feeds und scrollenden Bildschirmen, das den ständigen Fluss der Chat-Community reflektiert.

Auch die Geschichte von Pasek & Paul begann in schulischer Umgebung. Zum ersten Mal trafen die beiden als aufstrebende Schauspieler 2003 im Rahmen des Musical Theater Programms der University of Michigan aufeinander – überglücklich, im jeweils anderen einen genauso großen Liebhaber des Drama Genres gefunden zu haben. „Die Tatsache, dass wir die beiden schlechtesten Tänzer der Ballettgruppe waren und uns immerzu zuflüstern mussten, was um alles in der Welt ein ‚Pas De Chat‘ sei, hat uns zusammengeschweißt“, so Benj Pasek gegenüber der Entertainment Weekly. Schnell merkten die beiden, dass ihre Talente woanders liegen, und schon saßen sie – Paul am Klavier, Pasek am Computer – bei nächtlichen Marathons zusammen und schrieben Songs.

Drei Jahre später dann ein Mittagessen, das zwei Leben veränderte. Broadway Produzentin Stacey Mindich fragte Benj und Justin, ob da irgendeine Idee, irgendein Gedanke, irgendeine Note in ihren Notizblöcken steht, ein Herzensprojekt, das sie nie realisieren konnten. Und tatsächlich, das gab es: Die drei Worte Dear Evan Hansen lagen nun mit auf dem Mittagstisch, statt Dessert wurde an dem neuen Broadway-Hit getüftelt, der seit  vergangenem Dezember, in guter Facebook & Co. Manier, ein Publikum aus der ganzen Welt anzieht und mit festem Blick die Tony Awards im Juni fixiert.

Zunächst jedoch nimmt er Kurs auf den großen goldenen Mann: Seit Beginn der Saison dominiert La La Land sämtliche Awardshows, von den Golden Globes über die Critics Choice Awards bis zu den jetzt bevorstehenden Oscars. Dank der Filmsensation ist das Genre Jazz buchstäblich wieder in aller Munde: Jeden Sonntag veranstaltet das Hotel The Kitano in New York beispielsweise einen Jazz Brunch. Gäste schlemmen an einem ausgiebigen Buffet und lassen sich zwischen Muffins und Croissants von der New Yorker Jazz Legende Tony Middleton und seiner Band mit Jesse Elder am Klavier und Kenji Yoskitake an der Gitarre live verwöhnen. La La Lecker!

(IAM)

%d Bloggern gefällt das:
Advertisment ad adsense adlogger