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Neun Tage durch die eisige Tundra

Iditarod! Das härteste Hundeschlittenrennen der Welt

Start zum Iditarod in Anchorage auf der 4th Avenue. - Foto: Cathryn Posey/Visit Anchorage Start zum Iditarod in Anchorage auf der 4th Avenue. - Foto: Cathryn Posey/Visit Anchorage

Man nennt es „The Last Great Race”: Das Iditarod-Hundeschlittenrennen ist in der Tat eine der größten Herausforderungen für Tier und Mensch an Kondition und Durchhaltevermögen. Jedes Jahr am ersten März-Wochenende machen sich die Hundeschlittenteams mit je zwölf bis 16 Hunden von Anchorage auf ihren langen Weg durch die eisige Wildnis Alaskas, kämpfen gegen Kälte, Stürme, Müdigkeit und Halluzinationen. Nach rund 1800 Kilometer durch gebirgiges Gelände, zugefrorene Flüsse, dichte Wälder, unermesslich weite Tundra und vereiste Küstengebiete erreichen sie das Ziel in Nome.

Mitten in Anchorage findet am Samstag, 4. März, der sogenannte Ceremonial Start statt. 75 Hundeschlittenteams werden diesmal an den Start gehen, 20 Prozent der Musher sind Frauen. Auf der mit Schnee präparierten 4th Avenue starten die Musher und ihre Hunde in Richtung Eagle River. Der Event lockt Zuschauer in Massen an, zumal der Iditarod-Start immer mit dem Fur Rendezvous, Anchorages großem Winterkarneval, zusammenfällt. Die Hundeteams werden anschließend nach Wasilla gebracht, wo tags darauf das eigentliche Rennen gestartet wird.

Als Favorit wird zum wiederholten Mal Dallas Seavey gehandelt, der das Rennen in den vergangenen drei Jahren gewonnen hat. Immer auf der Rechnung muss man den Schweizer Martin Buser haben, der bei diesem Hundeschlittenrennen schon viermal als Sieger aus dem Rennen gegangen ist. Dies ist sein 34. Iditarod. „Die härteste Phase beginnt nach fünf Tagen“, sagt Martin Buser. „Dann machen sich Kälte und Schlafmangel schmerzlich bemerkbar. Es gibt für uns Musher eigentlich keine echte Pause. Bei den Stopps hat man alle Hände voll zu tun mit der Zubereitung des Futters, mit Massieren der Hunde. Man beginnt zu halluzinieren. Das Rennen ist eine Grenzerfahrung. Umso größer die Euphorie, wenn das Ende naht.“

Das Iditarod-Rennen geht auf ein tragisches Ereignis zurück: 1925 wurde unter den Einwohnern des Orts Nome an der Beringstraße – vorwiegend Goldsucher –  Diphtherie diagnostiziert. Es begann ein Wettlauf gegen die Zeit, um die benötigte Medizin von Anchorage in den Norden zu schaffen. In einem Staffellauf transportierten insgesamt 20 Musher mit über 100 Hunden das Serum ans Beringmeer. Der Norweger Gunnar Kaasen und sein Leithund Balto erreichten am 2. Februar 1925 das Serum und rettete viele Leben.

(IAM)

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