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Kunst auf Rädern: Spektakuläres Rennen durch Baltimores Innenstadt

Das Baltimore Kinetic Sculpture Race findet am 5. Mai 2018 zum 20. Mal statt

Auf die Plätze! Fertig! Los! - Foto: American-Visionary-Art-Museum Auf die Plätze! Fertig! Los! - Foto: American-Visionary-Art-Museum

Wenn eine überdimensionale Kuh im Raumanzug vom Publikum umjubelt auf vier Rädern durch Baltimore rollt, ist das Kinetic Sculpture Race in vollem Gange. Für den unterhaltsamen Spaßwettbewerb, der am 5. Mai 2018 unter dem Motto „Mysteries & Tall Tales“ zum 20. Mal in der größten Stadt des US-Bundesstaates Maryland stattfindet, fertigen die Teilnehmer fahrbare Skulpturen an, die allein mit der Muskelkraft der Piloten fortbewegt werden müssen. Wer sich auf eine durchgängig normale Strecke freut, ist dabei an der falschen Stelle: Auf dem Weg rund um Baltimores Inner Harbor und entlang zahlreicher Sehenswürdigkeiten gibt es neben Rennabschnitten auf Asphalt auch Abstecher in Schlamm- und Sandfelder. Im Hafenkanal von Baltimore müssen die Konstruktionen sogar ihre Schwimmfähigkeit unter Beweis stellen. Insgesamt legen die kuriosen Gefährte während des turbulenten Rennens eine Strecke von etwa 23 Kilometern zurück.

Spaß steht im Vordergrund
Start- und Zielpunkt des Rennens ist das American Visionary Art Museum (AVAM), welches das Rennen veranstaltet. Das 1995 von Rebecca Hoffberger gegründete Museum widmet sich der Art Brut oder auch Outsider Art, also Kunst außerhalb des künstlerischen Mainstreams, deren Vertreter sich ihre Fertigkeit oft autodidaktisch angeeignet haben. Diese Bedeutung der Freude des Einzelnen am Erschaffen individueller Kunstwerke findet sich auch beim Kinetic Sculpture Race wieder. So werden neben dem Hauptpreis sowie Titeln für das schnellste Team und die kreativste Skulptur auch das vorletzte Gefährt, das die Ziellinie überquert, das mittelmäßigste Team und der denkwürdigste Zusammenbruch einer Skulptur während des Rennens ausgezeichnet. Laut dem mit einem Augenzwinkern zu verstehenden offiziellen Regelwerk gehört es zu den Pflichten der Zuschauer, vorbeifahrenden Skulpturen motivierend zuzuwinken und für eine freudige Atmosphäre zu sorgen. Auch Verkleidungen im Publikum sind gerne gesehen. Die Eröffnungszeremonie beginnt gegen 9.30 Uhr, mit dem Zieleinlauf der ersten Teilnehmer ist gegen 15.30 Uhr zu rechnen. Ab 18 Uhr werden die Gewinner der verschiedenen Kategorien geehrt. Unabhängig von dem Wettbewerb können einige der faszinierenden Gefährte das ganze Jahr über im AVAM bewundert werden.

Von der West- an die Ostküste
Der Ursprung des Spektakels liegt an der Westküste der USA. Der Künstler Hobart Brown baute das Dreirad seines Sohnes zu einem übergroßen Fünfrad um, woraufhin er von seinem Nachbarn Jack Mays zu einem Rennen herausgefordert wurde. Dieser war überzeugt, ein besseres Gefährt bauen zu können. Aus dem privaten Spaß entwickelte sich schnell ein großes Event mit zahlreichen Teilnehmern und legte den Grundstein für weitere Ableger wie das Baltimore Kinetic Sculpture Race, das den Wettbewerb 1999 an die US-Ostküste brachte.

Alle Informationen zu der Veranstaltung gibt es unter www.kineticbaltimore.com, zum American Visionary Art Museum unter www.avam.org.

(IAM)

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