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Ich arbeite was, was du nicht kennst…

Vier Berufe, die es nicht bei uns, sondern nur in Florida gibt

Meeresschildkröte Gwen auf Tauchstation. - Foto: Turtle Hospital Meeresschildkröte Gwen auf Tauchstation. - Foto: Turtle Hospital

Andere Länder, andere Berufe! Während wir in Florida vergeblich nach Winterräumdiensten suchen würden, gibt es im Sunshine State natürlich auch Berufe, die es hierzulande nicht gibt. Da wir im Alltag auf Delfine, Meerjungfrauen, Schildkröten und auch die Everglades verzichten müssen, gibt es die nachfolgenden Berufe, die in unseren Ohren äußerst ungewöhnlich klingen, nur in Florida.

Der Delfinprothesenentwickler
Es ist eine Geschichte wie aus dem Film: Ein Babydelfin verliert seine Schwanzflosse in den Netzen einer Krabbenfalle und wird von zwei Prothesenexperten aus Florida gerettet, die für das Jungtier die weltweit erste Schwanzprothese entwickeln und seinem Leben damit eine zweite Chance geben. Einer der Retter ist der renommierte Prothetiker Kevin Carroll. Eigentlich ist Kevin nur auf menschliche Prothesen spezialisiert, der kritische Zustand, der auf den Namen Winter getauften Delfindame erregte aber umgehend sein Mitgefühl. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dan Strzempka nahm er sich ihrem Schicksal an und verbrachte ganze 18 Monate damit, für Winter eine individuelle Delfinschwanzprothese zu erfinden. Mit Hilfe eines speziellen Gels, mit der die Prothese an Winters Haut festhielt, ohne sie in ihrer Bewegungsfreiheit zu behindern, gelang das eigentlich Unmögliche. Das sogenannte „WintersGel“ findet seitdem auch in menschlichen Prothesen Verwendung. Die Geschichte schaffte es 2011 in „Mein Freund, der Delfin“ übrigens auf die Leinwände internationaler Kinos und ist heute auf diversen Streamingdiensten zu finden. Winter selbst zieht nun im Clearwater Marine Aquarium unter professioneller Aufsicht seine Bahnen.

Die Meerjungfrau
Einen ebenfalls außergewöhnlichen Beruf kann Misty Joy im Norden des Sunshine States vorweisen, denn sie befindet sich dabei die meiste Zeit unter Wasser – als Meerjungfrau. Während andere morgens in den Blaumann oder ins elegante Kostüm schlüpfen, legt sich Misty ihren Bikini und einen schillernd-bunten Meerjungfrauenschwanz, einen Aquatail, an. Die junge Künstlerin macht Kinderträume wahr und begeistert Jung und Alt mit ihren Showeinlagen, darunter auch im Sisters of the Sea Restaurant in Panama City Beach. Dort führt sie ihre Unterwasserchoreografien im hauseigenen Pool auf und posiert bereitwillig mit den kleinen Gästen für Fotos. Die Geschichte der bekannten floridianischen Artistin diente bereits als Vorlage für ein Kinderbuch und inspiriert viele Leser für ihren Berufswunsch: Meerjungfrau.

In Panama City geht der Berufswunsch "Meerjungfrau" in Erfüllung. - Foto: Panama City Beach

In Panama City geht der Berufswunsch „Meerjungfrau“ in Erfüllung. – Foto: Panama City Beach

Der Everglades-Pädagoge
Captain Charles Wright ist ein echter Allrounder. Die Everglades, genauer gesagt Everglades City, bezeichnet der ausgebildete Umweltingenieur, zertifizierte Fluglehrer, Naturforscher und Kapitän der US-Küstenwache bereits seit 1971 als sein Zuhause. Dort hatte er die Idee, in Fischerkajaks seinen Kunden das Angeln an Orten beizubringen, zu denen sonst niemand Zugang hat. Doch einem Typen mit solch einem Lebenslauf reicht das nicht. Er hatte zudem den Wunsch, den Nationalpark Everglades von seiner schönsten Seite zu präsentieren, weit abseits der bekannten Airboat Touren. Und so sind seine „Everglades Area Tours” nichts weniger als pädagogisch orientierte Touren in Kajaks, in Booten und auch zu Fuß. Als echter Naturbursche „übersetzt“ er seinen Kunden aus allen Herren Ländern das Naturparadies Everglades und setzt sich für den Erhalt der natürlichen Flora und Fauna ein.

Die Schildkrötenkrankenschwester
Bette Zirkelbach ist Managerin beim Marathon Turtle Hospital – dem weltweit ersten staatlich zugelassenen Veterinärkrankenhaus für Meeresschildkröten – und widmet sich der Heilung kranker oder verletzter Meeresschildkröten. Jeden Tag inspiriert sie Besucher, ihre eigene Leidenschaft für die gefährdeten Reptilien zu entdecken. Bette ist Teil eines engagierten Teams, das sich im Schildkrötenkrankenhaus um verletze Tiere kümmert. In der kleinen ehrenamtlichen Organisation versorgen Tierärzte und Pfleger verletzte Meeresbewohner und wildern sie nach deren Genesung auch wieder in den Golf von Mexico aus. Mehr als 2.000 der trägen Meerestiere haben sie dort bis dato behandelt.

(IAM)

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