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Gipfelruh

Trainiere jetzt - erklimme einen von Colorados "14ern" später

Atemberaubende Landschaft - die Pikes Peak und Garden of the Gods. - Foto: VisitCOS.com Atemberaubende Landschaft - die Pikes Peak und Garden of the Gods. - Foto: VisitCOS.com

Mit einer mittleren Höhe von 2.072 m ist Colorado der höchstgelegene Bundesstaat der USA. Die Hauptstadt Denver liegt schon auf 1.600 m, und danach geht es nur noch höher. Alleine 117 Gipfel liegen über 3.000 m, davon zählen 58 zu den sogenannten „Fourteeners“ (14er), sind also über 14.000 Fuss oder 4.270 m hoch. Manche dieser Berge sind technisch vergleichsweise einfach bei einer Wanderung (Hike) zu besteigen, andere wiederum erfordern Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und bergsteigerische Erfahrung (Climb).

Trainiere jetzt – erklimme einen 14er später
Ein Spaziergang ist aber keiner der Gipfel und für alle gilt die Voraussetzung, dass man sich vor Ort gut akklimatisiert hat, höhentauglich, gut ausgerüstet, trainiert und vorbereitet ist. Das Terrain ist abwechslungsreich, Wege führen meistens zunächst über Wiesen und bis auf eine Höhe von circa 3.800 m sogar noch durch Wälder –  in den Alpen, wo die Baumgrenze bei maximal 2.400 m liegt, klettert man da schon längst über nackte Felsen. Bei der großen Anzahl an hohen Bergen in Colorado tritt man sich auf den Wegen selten auf die Zehen oder drängelt sich um die Gipfelplakette. Dafür sieht man Wildblumen, Murmeltiere, Bergziegen und Pfeifhasen. Beste Reisezeit ist Juni bis September, das Wetter und die Konditionen sollte man vor jedem Aufstieg aber genau checken. Wer seinen Wanderurlaub mit der Besteigung des einen oder anderen 14ers für 2021 in Colorado plant, hat jetzt Zeit, sich gut darauf vorzubereiten und dafür zu trainieren. Eine Auswahl an Gipfeln stellen wir hier vor.

Mt. Elbert – der Höchste
Mit einer Höhe von 4.401 m ist Mt. Elbert der höchste Berg Colorados und der nordamerikanischen Rocky Mountains. Die Besteigung erfolgt zumeist über zwei Hauptrouten, North Elbert Trail (7,5 km) und den etwas längeren South Elbert Trail (9 km). Bei beiden hat man circa 1.400 Höhenmeter zu bewältigen, die dem Wanderer durch den steilen Anstieg auf großer Höhe einiges abverlangen. Auf allen Vieren über Felsen kraxeln muss man nicht, der Weg ist ein zumeist gut zu begehender, wenn auch steiler Wanderweg, aber oftmals starke Winde können den Aufstieg erschweren. Einmal oben, hat man einen grandiosen Blick auf die Seen von Twin Lakes und die umliegenden Gipfel der Rocky Mountains. Wer eine geführte Wanderung auf den höchsten Berg Colorados machen möchte, kann das zum Beispiel mit Aspen Expeditions.
Mt. Elbert: 4.401 m. Ausgangspunkt: Leadville. Einstufung: Moderat

Longs Peak und sein Nachbar Mount Meeker im Rocky Mountain Nationalpark. - Foto: nps.gov

Longs Peak und sein Nachbar Mount Meeker im Rocky Mountain Nationalpark. – Foto: nps.gov

Pikes Peak – America’s Mountain
Er darf hier nicht fehlen, obwohl sein Gipfel (4.302 m) auch mit dem Auto zu erreichen ist, aber wen es nicht abschreckt, ähnlich wie in einem alpinen Skigebiet im Sommer erschöpft und verschwitzt oben anzukommen, während Leute wie frisch aus dem Ei gepellt aus der Gondel bzw. hier aus dem Auto steigen, der sollte sich „America’s Mountain“ nicht entgehen lassen. Pikes Peak erreicht der konditionsstarke und akklimatisierte Bergsteiger über den anstrengenden, 22 km langen Barr Trail, bei dem man über 2.250 Höhenmeter auf oft steilen und felsigen Wegen zu bewältigen hat. 12 bis 14 Stunden sollten man für Auf- und Abstieg einberechnen. An der Front Range gelegen, bietet der Gipfel einen grandiosen Ausblick auf die Ebene im Osten und die Berge im Westen. Sobald die Zahnradbahn Pikes Peak Cog Railway, die derzeit renoviert wird, wieder öffnet, kann man als Wanderer auch Teile der Strecke mit der Bahn machen oder diese für den Abstieg nutzen. Wer lieber eine geführte Bergtour machen möchte, wird zum Beispiel bei Hike for Life fündig.
Pikes Peak: 4.302 m. Ausgangspunkt: Colorado Springs. Einstufung: Anspruchsvoll

Longs Peak – der Anspruchsvolle
Longs Peak mit seiner Höhe von 4.346 m ist schon von Weitem gut zu erkennen, einmal weil er so markant ist und zudem weil er an der Front Range liegt, die sich entlang der Ebene zieht. Der Berg liegt mitten im Rocky Mountain Nationalpark und gehört zu den höchst anspruchsvollen Gipfeln in Colorado. 12 bis 15 Stunden sollte man für den Auf- und Abstieg auf der gut gekennzeichneten Keyhole Route einberechnen, bei der man auf circa 12 km rund 1.550 Höhenmeter überwindet. Dieser Berg ist nichts für Ungeübte, und auch erfahrene, trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger sollten sich in der Ranger Station über die Konditionen informieren. 50 Prozent derjenigen, die eine Besteigung angehen, kehren vor dem Gipfel wieder um. Diejenigen, die es schaffen, werden mit einem Aufstieg durch abwechslungsreiches, anspruchsvolles Gelände mit grandiosen Ausblicken auf den Rocky Mountain Nationalpark belohnt. Zahlreiche Bergführer bieten geführte Touren an, zum Beispiel Wildland Trekking.
Longs Peak: 4.370 m, Ausgangspunkt: Estes Park. Einstufung: Sehr anspruchsvoll

Grays Peak und Torreys Peak – zwei auf einen Streich
Wer einmal zwei 14er an einem Tag besteigen möchte, sollte sich die beiden über einen Sattel verbundenen Gipfel Grays Peak mit 4.352 m und Torreys Peak mit 4.351 m vornehmen. Sollte das Wetter umschlagen, kann man vor Ort immer noch entscheiden, den zweiten auszulassen und hat dennoch eine grandiose Leistung abgelegt. Die Aufstiege sind anspruchsvoll aufgrund der Höhe, führen aber über recht gut ausgebaute Wanderwege. Der Sattel zwischen beiden Gipfeln ist oft mit einem Schneefeld bedeckt, hier sollte man besonders vorsichtig sein. Insgesamt sollte man 6 bis 8 Stunden für den Auf- und Abstieg veranschlagen und je nachdem ob einen oder zwei Gipfel, muss man 900 bzw. 1.100 Höhenmeter überwinden. Wer lieber einen Guide dabei hat, kann sich zum Beispiel an Colorado Wilderness wenden.
Greys Peak und Torreys Peak: 4.352 m und 4.351 m. Ausgangspunkt: Denver und Georgetown. Einstufung: Moderat

Wilson Peak bei Telluride. - Foto: Visit Telluride

Wilson Peak bei Telluride. – Foto: Visit Telluride

Wilson Peak – der Schöne
Wer den Film „The Hateful Eight“ von Quentin Tarantino im Kopf hat, mag sich erinnern, denn der unverkennbare Gipfel des Wilson Peak taucht im großteils in Telluride gedrehten Film immer wieder auf. Und wer schonmal Coors Bier getrunken hat: die Ähnlichkeit des Logos mit der Silhouette des Wilson Peak ist nicht zufällig. Telluride, die grandiose Westernstadt, ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Gipfelbesteigung, die gut vorbereitet sein muss.  Bei der Besteigung gewinnt man eine Höhe von 1.127 m und sollte 12 Stunden für den Auf- und Abstieg einberechnen. Die Hauptroute führt über den Rock of Ages Trailhead. Wilson Peak für sich ist schon eine Hausnummer und nur über anspruchsvolles Gelände zu erreichen. Wer es wirklich wissen will, macht drei Gipfel auf einmal und begeht neben Wilson Peak noch den benachbarten Mount Wilson sowie El Diente Peak über den Kilpacker Trail und den Navajo Lake Approach. 36,4 km und 2.458 Höhenmeter später hat man dann drei Fourteener erklommen. Ob einen oder direkt alle drei 14er: hierfür sollte man sich unbedingt einen erfahrenen Bergführer aus der Region nehmen und zum Beispiel mit den Telluride Mountain Guides aufsteigen.
Wilson Peak: 4.272 m. Ausgangspunkt: Telluride. Einstufung: Sehr anspruchsvoll

(IAM)

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