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Eröffnung des Inuit Art Centre QAUMAJUQ in Winnipeg

Virtuelle Zeremonie am 25. und 26. März 2021

Die Ausstellung der Inuit Gallery, Qaumajuq, the Inuit Art Centre der Winnipeg Art Gallery steht kurz vor der Eröffnung. - Foto: Lindsay Reid Die Ausstellung der Inuit Gallery, Qaumajuq, the Inuit Art Centre der Winnipeg Art Gallery steht kurz vor der Eröffnung. - Foto: Lindsay Reid

Nach mehrjähriger Bauzeit wird QAUMAJUQ, das neue Zentrum für die Kunst der Inuit und bisher als Inuit Art Centre bezeichnet, als Teil der Winnipeg Art Gallery (WAG) am 25. und 26. März 2021 mit einer virtuellen Zeremonie eröffnet. An beiden Tagen fällt der Startschuss für die rund einstündigen Live Streams jeweils um 18.30 Uhr Ortszeit (jeweils 00.30 Uhr am 26. bzw. 27.03. in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Im Stil einer Dokumentation entführt das Moderatoren-Team um Dr. Stephen Borys (Direktor & CEO der WAG), Julia Lafreniere (Leiterin der Indigenous Initiatives der WAG) und Madeleine Allakariallak aus Nunavut, eine ehemalige Moderatorin von CBC North‘s Igalaaq, in die lichtdurchfluteten Räume von QAUMAJUQ. Die Zuschauer dürfen sich hier auf jede Menge Kunstwerke, Darbietungen, Stimmen und Zeremonien freuen, die eine Brücke zwischen Nord und Süd schlagen werden.

Im ersten Teil der Eröffnung am 25. März 2021 steht insbesondere die Betrachtung des neuen, 40.000 Quadratmeter großen Gebäudes auf dem Programm, inkl. seiner einzigartigen Inuit-Kunstsammlung, seiner Funktion als Bildungs- und Begegnungsstätte und der großartigen Inspiration für Design und Funktionalität. Künstler aus Inuit Nunangat, der Heimatregionen der Inuit in Kanada, – darunter das Inuit-Performance-Kollektiv ArtCirq und die Reifentänzerin Marika Sila – werden an diesem Tag mit Künstlern aus Manitoba zusammentreffen, darunter die viralen TikTok Jigger und Hip-Hop-Tänzer Mikey, Jacob und Cieana Harris der Ivan Flett Memorial Dancers, dem Singer-Songwriter Don Amero und den traditionellen Kehlkopfsängern Nikki Komaksiutiksak und Chasity Swan.

Der zweite Eröffnungstag am 26. März 2021 steht ganz im Zeichen der Tradition. Die Kunstwerke und das Gebäude von QAUMAJUQ befinden sich auf dem Land von Treaty One, dem Territorium von Métis und Dakota, und sollen mit einem Tag des Gebets willkommen geheißen werden. Im Fokus stehen Erzählungen über die in den Kunstwerken existierenden Geister, die Segnung QAUMAJUQs in einer Zeremonie durch die Seven Nations of Manitoba und eine Mischung aus zeremoniellen Botschaften von Stimmen aus dem ganzen Land und darüber hinaus. Damit ist QAUMAJUQ bereit, seine Türen zu öffnen und Besucher willkommen zu heißen.

QAUMAJUQ ist die weltweit größte öffentliche Sammlung zeitgenössischer und traditioneller Kunst der Inuit und besteht aus mehr als 14.000 Exponaten, darunter 7.500 Skulpturen, 4.000 Drucke, 1.900 Zeichnungen sowie hunderte andere Artefakte, Keramiken und Textilien. Bei nahezu 8.000 Ausstellungsstücken handelt es sich um eine langfristige Leihgabe der Regierung Nunavuts. Mit ihrer Einzigartigkeit bereichert die Sammlung von QAUMAJUQ die kanadische Kunstszene. Sie macht etwa die Hälfte der dauerhaften Exponate der WAG aus.

Eine Vielzahl an Exponaten wurde zusammengetragen. - Foto: Lindsay Reid

Eine Vielzahl an Exponaten wurde zusammengetragen. – Foto: Lindsay Reid

Durch erzählte Geschichten und Videoeinspielungen sowie interaktive Elemente werden die Exponate von QAUMAJUQ in einen kulturellen und historischen Kontext gesetzt. Die Sammlung präsentiert damit anschaulich wichtige Komponenten der Identität der Inuit. Virtual Reality und andere moderne Technologien ermöglichen einen direkten Bezug zum Land, den Menschen und der Kultur des Nordens. In einem interaktiven Theater vermitteln Künstler, Älteste, Geschichtenerzähler, Pädagogen und andere Wissensträger darüber hinaus Einblicke in die Kunst und die Kultur sowie die Geschichte und das heutige Leben der Inuit.

QAUMAJUQ geht zunächst mit der Eröffnungsausstellung INUA an den Start, die Werke von mehr als 90 Inuit Künstlern umfasst. Sie stammen aus verschiedenen Gebieten der Arktis, einige leben inzwischen auch im urbaneren Süden. Junge, aufstrebende Kreative wurden dabei genauso berücksichtigt wie etabliertere und ältere Künstler sowie Stammesälteste. INUA umfasst etwa 100 Kunstwerke, die eine breite Palette von Kunstgattungen repräsentieren und so manches Vorurteil über die Kunst der Inuit in Frage stellen, von digitalen Medien über Installationskunst bis hin zu Mischtechnik-Skulpturen und Werke aus Malerei und Fotografie. INUA wird bis Dezember 2021 in QAUMAJUQ zu besichtigen sein.

Bereits bei der Namensfindung für QAUMAJUQ besann man sich auf die indigenen Wurzeln der Region. Eine Gruppe von Ältesten und Hütern der indigenen Sprachen versammelte sich im August 2020 virtuell, um indigene Namen für die Winnipeg Art Gallery, das neue Inuit Art Centre sowie die verschiedenen Räume im Inneren der Gebäude zu finden. Hierbei wurden die Sprachen Inuktitut, Anishnaabemowin (Ojibway), Nêhiyawêwin (Cree), Dakota und Michif (Métis) berücksichtigt. Der Name QAUMAJUQ [kow-ma-yourk] stammt beispielsweise aus der Sprache Inuktituk (Nunavik) und bedeutet „Es ist hell, es ist beleuchtet“.

Beim Bau der Räumlichkeiten für QAUMAJUQ wurde der Architekt Michael Maltzan durch die Landschaft, das Licht und die Menschen des Nordens inspiriert. Das innovative Gebäude spiegelt die Formen und die Seele der Inuit-Kunst wider. Es befindet sich direkt neben dem bisherigen Gebäude der Winnipeg Art Gallery, mit dem es auf allen Etagen verbunden ist.

Bereits in den 1950er Jahren begann die Winnipeg Art Gallery mit dem Sammeln von Kunstgegenständen der Inuit, und damit zu einer Zeit, als die Kunst des Nordens dem Rest der Welt noch weitgehend unbekannt war. In den folgenden Jahrzehnten pflegte die WAG ihre Beziehungen zu Künstlern und Gemeinden des Nordens und konnte ihre Inuit-Sammlung dadurch stetig erweitern.

Weitere Informationen gibt es unter www.wag.ca/qaumajuq sowie www.travelmanitoba.com.

(IAM)

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