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Entspannt in den Urlaub

Verbrauchertipps: Rechtsfragen rund um die schönste Zeit des Jahres

Nicht immer läuft rund um die langersehnte Urlaubsreise alles glatt. Viele Bundesbürger sind unsicher, welche Rechte sie haben, wenn die Ferien mit Pleiten, Pech und Pannen beginnen. - Foto: djd/www.smartlaw.de/Vladimir Gerasimov-Fotolia Nicht immer läuft rund um die langersehnte Urlaubsreise alles glatt. Viele Bundesbürger sind unsicher, welche Rechte sie haben, wenn die Ferien mit Pleiten, Pech und Pannen beginnen. - Foto: djd/www.smartlaw.de/Vladimir Gerasimov-Fotolia

Es sollen eigentlich die schönsten Wochen des Jahres sein – doch nicht immer läuft rund um die langersehnte Urlaubsreise alles glatt. Viele Bundesbürger sind unsicher, welche Rechte sie haben, wenn die Ferien mit Pleiten, Pech und Pannen beginnen.

Lieber eine halbe Stunde früher kommen

Fluggesellschaften fordern ihre Passagiere in der Regel auf, mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Dennoch kann es vorkommen, dass alles zu lange dauert. „Wer seinen Flug wegen langer Schlangen am Check-in oder bei der Sicherheitskontrolle verpasst, kann daraus nur bedingt Ansprüche etwa auf einen Ersatzflug ableiten“, erläutert Dr. Daniel Biene, Gründer von SmartLaw, einem Onlinespezialisten für Verträge und Dokumente.

Liegt die Schuld beim Flughafen oder bei den Sicherheitsbehörden, können Fluggäste theoretisch eine kostenlose Umbuchung oder Schadenersatz fordern. Das gilt beispielsweise bei einem technischen Defekt oder wenn zu wenig Personal vor Ort war. Die Schuld des Flughafens müssen sie aber erst einmal beweisen. „Praktisch heißt das: Lieber eine weitere halbe Stunde früher kommen, alle Kontrollen durchlaufen und die Wartezeit mit Lesen oder Spielen überbrücken“, so die Empfehlung von Daniel Biene.

Gepäckstück muss für den Transport geeignet sein

Wenn Gepäck während des Flugs beschädigt wird, haben die Passagiere grundsätzlich Anspruch auf Ersatz. „Dazu sollte man den Schaden zunächst direkt am Flughafen melden und zusätzlich innerhalb von sieben Tagen schriftlich reklamieren“, rät Daniel Biene. Die Fluglinie haftet möglicherweise aber nicht, wenn das Gepäckstück für den Transport nachweislich ungeeignet war. So darf sich beispielsweise niemand beklagen, der eine Gitarre im Stoffbeutel befördern lässt.

Änderungen bei den Reisedaten

Wenn ein Anbieter kurz vor Beginn der Reise die Abfahrtszeit ändert und diese Änderung gravierend ist, muss er seinen Kunden eine Ersatzreise anbieten oder das Geld komplett zurückerstatten. „Verschiebt sich der Beginn dagegen nur um ein paar Stunden, gilt das meist als zumutbar“, erläutert der Rechtsexperte. Gravierend sei es etwa, wenn die Reise eine Woche später beginnen solle.

Chef darf Urlaubszusage nur im Notfall widerrufen

Um den Urlaub wird in vielen Unternehmen hart gekämpft. Wer darf wann in die schönste Zeit des Jahres starten? Und darf das Unternehmen eine Urlaubsgenehmigung widerrufen? „Hat der Chef den Urlaub einmal schriftlich zugesagt, kann er ihn nicht einfach wieder aufheben. Das geht nur, wenn der Mitarbeiter zustimmt – oder wenn ein Notfall eintritt“, betont Daniel Biene. Das sei beispielsweise dann der Fall, wenn die Urlaubsvertretung erkrankt und die gesamte Produktion gefährdet ist. Falls dem Mitarbeiter für den geplanten Urlaub bereits Kosten entstanden sind, muss ihm das Unternehmen diese erstatten, also etwa die Stornogebühren für ein Hotel.

Dienst ist Dienst

Immer mehr Chefs äußern den Wunsch, dass die Mitarbeiter über ihr Smartphone oder den Laptop auch im Urlaub erreichbar sein sollten. „Die Angestellten können diesen Wunsch höflich ausschlagen, ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen“, erklärt der Rechtsexperte. Auch ein Diensthandy dürften die Mitarbeiter zu Hause lassen. Und wo sich ein Mitarbeiter im Urlaub aufhält, geht den Chef nichts an. Aus dem Urlaub zurückholen darf ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiter im Übrigen nur im Notfall. „Der Vorgesetzte muss dann aber auch die Kosten für Storno, Rückreise und Hotel bezahlen – nicht nur für den Mitarbeiter, sondern auch für den Ehepartner und die Kinder“, so Daniel Biene.

(djd/pt)

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