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Entlang der legendären Route 66 mit Sehenswürdigkeiten abseits des Mainstreams

Unterwegs bei Oatman auf der Route 66. - Foto: Jean Boileau Unterwegs bei Oatman auf der Route 66. - Foto: Jean Boileau

Schon immer waren Roadtrips die beste Möglichkeit, um Arizona zu erkunden. Die derzeitige Situation trägt zudem dazu bei, dass Reisende Roadtrips aufgrund der Flexibilität und auch wegen der Sicherheit schätzen, sodass sich diese Art des Reisens auch in Arizona vermehrt anbietet, sobald es wieder möglich ist. Während es zahlreiche spannende Routen durch den facettenreichen Grand Canyon State gibt, führt diese entlang der alten Route 66 – vorbei an unerwarteten Sehenswürdigkeiten abseits des Mainstreams.

Von Oatman bis nach Flagstaff
Dieser Roadtrip führt durch den Norden Arizonas, von Oatman über einen Teil der originalen Route 66 bis nach Flagstaff – eine Stadt, die durch ihre Lage perfekt für zahlreiche zentrale Sehenswürdigkeiten des Grand Canyon States ist. Jedoch überrascht bereits die Anreise mit interessanten Orten, die erkundet werden möchten. Die frühere Goldgräberstadt Oatman, beispielsweise, wurde nach ihrer Blütezeit in den 1960er Jahren verlassen. Heute nennen nur noch eine Hand voll Menschen Oatman ihr zu Hause, die meisten Einwohner sind mittlerweile wilde Esel. Diese laufen frei im Ort herum und sind vom US-Innenministerium geschützt. Am Wochenende finden in Oatman häufig Auto-Rallies mit Oldtimern statt.

Von Oatman aus sind es lediglich knapp 50 Kilometer bis nach Kingman. Auf dem Weg dorthin finden Reisende, die, die Disney Cars Filme geschaut haben, diverse Orte, die ihnen bekannt vorkommen. Die Route ist gesäumt von Serpentinen, gleichzeitig blickt man auf einige der landschaftlich reizvollsten Gegenden der alten Route 66. Dieser Abschnitt, auch Sitgreaves Pass genannt, zählt mit seinen Haarnadelkurven und sehr schmalen Straßen zu den besten Relikten der amerikanischen Geschichte. Hier erhält man einen guten Einblick in das frühere Reisen durch den ungezähmten amerikanischen Westen. Interessierte können zudem einen Stopp im Cool Springs Gift Shop & Museum einlegen, um noch mehr über die bewegte Vergangenheit der Region zu erfahren.

Alpakas & Skulpturen
Der nächste Stopp auf diesem Roadtrip entlang der alten Route 66 liegt in Kingman, einer Stadt am östlichen Rand der Mojave-Wüste. Insbesondere Tierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, so befindet sich in Kingman zum Beispiel die Alpacas of the Southwest, eine Alpaka-Farm, wo man mehr über das Leben dieser beliebten Tiere lernt und natürlich auch ein gemeinsames Foto erhalten kann. 35 Kilometer von Kingman entfernt dreht sich wiederum alles um Kunst: Hier findet man eine über vier Meter hohe Skulptur aus unteranderem Holz und Metall mit dem Namen „Giganticus Headicus“. Die Skulptur wurde 2004 von Gregg Arnorld, einem Künstler aus ursprünglich New Jersey, erstellt. Weitere Kunstprojekte von Arnold findet man ganz in der Nähe im Ort Antares Point, am früheren Kozy Corner Trail. Antares Point liegt übrigens entlang der längsten ununterbrochenen Kurve eines U.S. Highways und bietet eine fantastische Sicht in die umliegende Wüste.

Zwischenstopp in Hackberry. - Foto: Skye Bowman

Zwischenstopp in Hackberry. – Foto: Skye Bowman

Übernachten in der größten, ältesten, dunkelsten und tiefsten Motel-Suite der Welt
68 Kilometer weiter befinden sich die Grand Canyon Caverns. Hier handelt es sich um eine natürliche Kalksteinhöhle knapp 65 Meter unter der Erdoberfläche. Zudem ist es die größte trockene Höhle der Vereinigten Staaten. Geführte Touren durch diese besondere Höhle werden fast täglich angeboten, es gibt jedoch noch eine Möglichkeit die Kalksteinhöhle besonders intensiv zu erleben: Das Grand Canyon Caverns & Inn bietet mit der „The Cavern Suite“ nämlich die Option an mitten in der Höhle zu übernachten. Das vollausgestattete Zimmer des Motels ist gleichzeitig auch weltweit rekordverdächtig. Mit einer Fläche von mehr als 7.000 Quadratmetern ist es das größte Motel-Zimmer der Welt. Zudem ist die Cavern Suite durch die Lage in einer 65 Millionen Jahre alten Höhle 65 Meter unter der Oberfläche auch das älteste und tiefste Zimmer der Welt. Darüber hinaus handelt es sich auch um das dunkelste, trockenste und stillste Motel-Zimmer weltweit. Abgesehen davon gibt es in der Höhle auch ein Restaurant, falls man nur kurz die Tiefe erleben möchte.

Burger, Fries & Shakes im legendären Snow Cap Drive In
Fährt man 40 Kilometer weiter in die kleine Stadt Seligman, sollte man auf jeden Fall einen Stopp im Snow Cap Drive In einlegen, für das der Ort bekannt ist. Das Lokal wurde 1953 von Juan Delgadillo und seiner Frau Mary gegründet und erlangte durch die lustige Art von Delgadillo, der zahlreiche Scherze mit seinen Besuchern machte, schnell einen guten Ruf an der damaligen Route 66. Auch heute besuchen noch zahlreiche Touristen das Überbleibsel aus den lebendigen Route 66-Zeiten und genießen die leckeren Burger und Shakes. Abseits des Essens ist auch das Design des Lokals legendär: Als Delgadillo vor 67 Jahren das Snow Cap Drive In gründete, war sein Budget nicht groß, sodass er vorwiegend Bauholz und alte Autoteile zum Bau nutzte.  Von Seligman aus führt die Route zurück auf die Insterate-40, welche parallel zum alten Route 66 Highway verläuft.

Die Route 66 an der Cool Springs Station. - Foto: Arizona Office of Tourism

Die Route 66 an der Cool Springs Station. – Foto: Arizona Office of Tourism

Louie the Lumberjack
Die letzte Station dieses Roadtrips durch Nord-Arizona ist Flagstaff. Von Flagstaff aus erreicht man sehr gut zentrale Sehenswürdigkeiten wie das Wupataki National Monument, den Barringer-Krater und natürlich den Grand Canyon National Park. Jedoch erwartet Reisende auch in Flagstaff etwas Besonderes: Auf dem Campus der Northern Arizona University (NAU) findet man zwei fast acht Meter hohe Statuen, die je einen Holzfäller zeigen. Es handelt sich hier um die Maskottchen der Universität -von den Locals auch „Louie the Lumberjack“ genannt. Die beiden Statuen wurden in dem 1960er und 1970er Jahren ursprünglich als Werbefiguren von Autowerkstätten genutzt, um die Aufmerksamkeit von vorbeifahrenden Autofahrern auf der Route 66 zu erhalten. 1973 wurden die Statuen dann der NAU gespendet.

(IAM)

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