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Auf Schienen durch die Geschichte

25 Jahre Rocky Mountaineer

Der Rocky Mountaineer am Anderson Lake. - Foto: Rocky Mountaineer Der Rocky Mountaineer am Anderson Lake. - Foto: Rocky Mountaineer

Stolze 25 Kerzen brennen im kommenden Jahr auf dem Geburtstagskuchen des mehrfach ausgezeichneten, kanadischen Zugreisenanbieters Rocky Mountaineer: Bereits seit 1990 führt er seine Passagiere durch die schönsten Gegenden Westkanadas und der Rocky Mountains – Grund genug, auf eine kleine Reise in die Geschichte des Unternehmens und seiner unvergleichlichen Reiserouten zu gehen.

Egal ob Luxus-Reisender, Naturbursche oder Genießer: Mit seinen einmaligen Reisen und dem exklusiven Service hat der Rocky Mountaineer für jeden Geschmack die passende Reise im Programm. Angefangen hat alles vor bald 25 Jahren, als die Great Canadian Railtour Company, die heutige Armstrong Group und Muttergesellschaft des Rocky Mountaineer, das Recht erhält, die ursprünglich von VIA Rail operierten staatlichen Bahnschienen zu bedienen und staatliches Equipment zu erwerben. Eine Gruppe kanadischer Bahnmanager und Touristiker ruft daraufhin den Rocky Mountaineer als touristischen Zugreiseanbieter ins Leben und legt damit den Grundstein für das heute größte private Passagier-Transportunternehmen in Nordamerika und der Welt. Bereits 2008 konnte das Zugunternehmen seinen millionsten Gast an Bord begrüßen, 2015 wird die Gesamtzahl von 2 Millionen Gästen erreicht.

Die bis heute beliebteste und wohl auch eine der schönsten Strecken des Erfolgsunternehmens ist die „First Passage to the West“, die die beiden Städte Vancouver und Banff miteinander verbindet. Die Route verläuft entlang des historischen Schienenstrangs über Kamloops und Revelstoke nach Alberta und war für die Ingenieure vor rund 130 Jahren eine wahre Herausforderung. Um die Siedler und Goldschürfer British Columbias an Kanada zu binden, hatte Premierminister Sir John A. MacDonald damals den Bau einer Eisenbahnstrecke durch die Rocky Mountains versprochen, die fortan Osten und Westen miteinander verbinden sollte. Zehn schweißtreibende Jahre dauerte das Unterfangen, bevor Großaktionär Donald Smith schließlich den letzten Nagel in die Erde treiben konnte – nur einen eisernen, denn für einen goldenen sei er zu geizig gewesen, mutmaßen die heutigen Zugbegleiter des Rocky Mountaineer.

Wie gefährlich der Bau des Eisenbahnnetzes sein konnte, zeigt sich am Beispiel des „Hell’s Gate“. Schon 1808 bezeichnete der Forscher Simon Fraser die Gegend mit ihren furchterregenden Stromschnellen und steilen Schluchten als „ein Gebiet, in das sich kein Mensch wagen sollte“. Eine einzelne, unbefestigte Straße war die einzige Verbindung zwischen der Küste und dem Binnenland British Columbias. Um die Gleise legen zu können, wurden Männer an Seilen und behelfsmäßigen Leitern an den steilen Felswänden herabgelassen, wo sie in die Felsen Löcher bohrten, um sie anschließend mit Dynamit zu füllen. Das Baumaterial selbst sollte im Anschluss per Dampfschiff in die Schlucht transportiert werden. Nach zwei gescheiterten Versuchen, wurde das Schiff schließlich von 150 Arbeitern an Stahlseilen durch die Stromschnellen gezogen, die noch heute einen spektakulären Anblick und beliebtes Fotomotiv bieten.

Einer weiteren ingenieurswissenschaftlichen Meisterleistung begegnen die Zugreisenden kurz vor der Grenze zu Alberta zwischen den Orten Field und Hector. „Big Hill“, wie der 13 Kilometer lange Abschnitt genannt wurde, war aufgrund seines 4,5-prozentigen Gefälles nicht nur gefährlich, sondern verursachte auch enorme Kosten für Reparaturen, Löhne und Betrieb. 1907, 22 Jahre nach Fertigstellung der Strecke, wurde daher mit dem Bau der einzigartigen Spiraltunnel nach dem Vorbild der Tunnel durch die Biaschina-Schlucht in der Schweiz begonnen. 1.000 Männer benötigten 20 Monate für diesen Tunnelbau und das Gefälle konnte dadurch auf überwindbare 2,2 Prozent verringert werden.

Heute hat eine Zugfahrt durch die Rocky Mountains einiges an Gefahren, dafür aber nichts an beeindruckenden Landschaften eingebüßt. Die Gäste reisen im luxuriösen GoldLeaf Service in großzügigen, zweistöckigen Wagons mit Glaskuppeln, Panoramafenstern, eigener Bordküche und einem separaten Restaurantbereich und genießen frisch im Zug zubereitete Gourmetspeisen aus regionalen Zutaten.

(uschi liebl pr)


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